Gesellschaftshandbücher

Pause in der Berufsschule.
Ich sitze lesend, wei eigentlich immer, auf dem Boden vorm Klassenraum.
Klassenkamerad stellt sich neben mich.
Er versucht auf zu hören zu rauchen und will deswegen mit den anderen nicht raus.
„Was liest du da?“
„Einen Text über Methodiken der Sozialwissenschaft – also wie man warum was untersucht“
„Warum liest du das?“
„Weils mich interessiert und ich heute Abend auf ein Seminar dazu gehe“
„Hm. Ich hab ja noch nie ein Buch komplett gelesen.“
„Nicht mal für die Schule oder so?“
„Nö. Hatte nen Kumpel der mir immer die Zusammenfassungen gegeben hat.“
„Krass. Ich lese sehr gerne.“
„Ich les nur gerne Handbücher.“
„Das was ich grade lese ist im Prinzip ein Handbuch. Halt eins damit man die Gesellschaft um einen herum besser versteht.“
„Jo. Würde ich trotzdem nicht lesen“
„Ich weiß – die Gesellschaft ist halt keine Drehbank.“

Ein weiteres Projekt für die nächsten Jahre: nen Sozialwissenschaftlichen Text in ein Handbuch Format umschreiben und ein technisches Handbuch zu einem Sozialwissenschaftlichen Text umschreiben.

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Über Franziska Naja

franziskanaja.tumblr.com
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