über Lernen und das Problem mit Toleranz

Ich habe vom letzten CSD noch ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Akzeptanz statt Toleranz – Glitter ohne Grenzen“ – und irgendwie kommt es mir immer in den Kopf wenn ich am Thema Toleranzen verzweifel.

Toleranzen in der Mechanik kommen daher, dass niemals ein Teil 100% perfekt gefertigt werden kann. Sie beschränken den Rahmen der Perfektion (zB +0,004mm oder -0,1mm) bei den Industriemechaniker_innen in der Regel in Bereichen der zehntel und hundertstel Millimeter. Grundregel für Toleranzen ist immer: so groß wie möglich so klein wie nötig (der Satz hängt einem spätestens nach nem Jahr in dem Beruf zum Hals raus, aber er stimmt einfach).
Um so genauer ein Teil sein muss, um so teurer wirds, weil meist präzisere Werkzeuge und mehr oder längere Arbeitsgänge benötigt werden, aber auch weil mehr Auschuss produziert wird – also nicht Maßhaltige Teile.
Wenn aber ein Stift in eine Passbohrung eingepresst werden muss, darf er nicht zu groß sein, ansonsten werden Stift und/oder Bohrung beschädigt – und auch nicht zu klein – dann kann er nämlich nicht eingepresst werden und fällt wieder raus.

So weit so gut – und glaube ich auch recht verständlich.
Es gibt aber nicht nur so wunderbare Toleranzen bei Bohrungen, wo einfach das Maß genauer hergestellt werden muss – sondern auch Form- und Lagetoleranzen.

Form- und Lagetoleranzen sind genauere Bemaßungen, bei denen es beispielsweise um achsiale Ausrichtungen oder auch Formgenauigkeiten geht. Die simplen Sachen kann ich. Habe ich auch schon mal auf Arbeit gemacht.
Aber dann kommt so ne Formulierung wie „Die Umfangslinie jedes Querschnitts muss in einem Kreisring von der Breite t=0,02mm enthalten sein“
Schön und gut. Ich kann mir absolut nichts drunter vorstellen. Weiß nich warum. Es ist chinesisch für mich.
Jetzt habe ich aber Zwischenprüfung und im Gegensatz zu meinen Klassenkameraden könnte ich ne Frage in Bezug auf „Wie messen sie hier die Rundheit“ echt nur bedingt beantworten. Eigentlich müsste ich es üben. Aber ich komme zur Zwischenprüfung in einen anderen Betrieb und hab da ein recht stricktes Vorbereitungsprogramm (was ja auch gut so ist) – ich weiß also nicht, ob da noch Zeit und Raum für ist.

Wie geh ich also damit um: Naja. Ich lerne das was ich lernen kann. Beim Rest hoffe ich, dass ich es dann irgendwie hinbekomme.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich Auswendiglernen nicht kann. Also habe ich angefangen zu zeichnen. Das kann ich auch nicht so gut, aber ich habe mehr Spaß dran. Und wenn mans dann noch mit Politik verknüpfen kann – Perfekt. Ich bin dabei.

Wenn ihr euch die Bilder zu den Formtoleranzen anschaut denkt an mein T-Shirt (;

Die Zeichnungen sind auf meinem Tumblrblog
http://franziskanaja.tumblr.com/post/75800610094/mein-gekritzel-zu-form-und-lagetoleranzen-bei

Flattr this!

Über Franziska Naja

franziskanaja.tumblr.com
Dieser Beitrag wurde unter allesdaswasglücklichmacht, Allgemein, alltagstechnikskrams, Feminismus, kein Naturtalent abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.