Mein Leben ist kein Kitschroman….

…oder: komische Reaktionen auf eine noch komischere Veränderung in meinem Leben

Ich bin in ner Hetero-monogamen Beziehung.
Das entspricht alles anderem, als dem was ich mein Lebenskonzept nennen würde.
Aber hey – ich bin verliebt. Und dann macht man Dinge die man sich nicht zugetraut hätte.
Grade isses auch genauso schön wies ist.

Nun ja. Normalerweise habe ich halt vorallem keine Monogamen Beziehungen. Und auch mittlerweile eigentlich auch lieber nicht mit Männern.

Die Reaktion meines Freundeskreises war von: „OK“ bis „OMG du und monogam? o.O“ eigentlich alles. Is ja auch in Ordnung.
Nich so cool fand ich folgende Reaktion:
„Endlich hast du jemanden gefunden – ich freu mich so für dich.“
„Naja mal schaun, is halt nich einfach für mich mit nem Mann und monogam“
„Wenn man DEN Richtigen gefunden hat, hat man nicht mehr das Bedürfnis mit anderen ins Bett zu gehn, keine Sorge.“

DER Richtige. Wie absurd das schon klingt. Ich leb nich in nem scheiß Kitschroman: das ist Realität. Und Fackt ist: ich habe einfach das Konzept der Monogamie nie verstanden. Mich juckt es einfach nicht wenn mein_e Partner_in mit jemandem anderen ins Bett geht. Affairen und One-night-Stands sind für mich halt eigentlich nicht mal Fremdgehen bzw erwähnenswert (solange verhütet wird). Der Punkt wo ich von meinen Partner_innen informiert werden will, is wenns was „ernsthafteres“ gibt – einfach weil es dann ja auch die eigene Beziehung tangiert.

Was mich an der Reaktion meiner Freundin verletzt hat war, dass sie mich offensichtlich nicht ernst nimmt. Weder in meiner Bi*sexualität (*ich weiß nich genau welche Schublade ich jetzte bin) – ich brauch nur nen Typen, dann wird schon alles gut – noch in meiner nicht-Monogamie.
Das nervt.
Grade bei ihr habe ich das permanente Bedürfnis rumzulaufen und ein großes Schild hoch zu halten mit „Ich bin aber nicht Heterosexuell“ oder „Nein, mein Lebenstraum ist nicht Hausbauen und Kinderbekommen mit einem Menschen.“

Es verletzt nicht ernst genommen zu werden, in dem was man ist/empfindet/begehrt.
Wenn ich sage, dass ich Bi bin. Dann bin ich das, auch wenn ich mit nem Typen zusammen bin. Genauso wie ich nich „rein“ lesbisch werde, wenn ich mit ner Frau zusammen bin.

Das scheint nur wenigen bewusst zu sein. Weder Heten noch der Schwulen/Lesbenszene (natürlich gibts ausnahmen).
Einer der Gründe warum ich da immer Abstand genommen habe ist halt auch, weil ich mich immer nicht ganz ernstgenommen gefühlt habe. So nach dem Motto: Du bist keine richtige Lesbe.

Hm ja Danke.
Macht doch sowas nicht bitte.
Fühlt sich scheiße an.

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Über Franziska Naja

franziskanaja.tumblr.com
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